Offener Brief von Hauptmann Sascha Koch zu den Planungen des Schützenfestablaufs ab 2018 und zur Reorganisation der Jungschützen

Liebe Schützenbrüder,

diejenigen von Euch, die beim ersten offenen Schützenstammtisch im Stadthallenrestaurant dabei waren und diejenigen, die die Tagespresse verfolgt haben, sind bereits voll im Thema. Ich möchte allerdings auf diesem Weg nochmals die aktuellen Planungen vorstellen und die Beweggründe hierfür nennen, da nicht jeder von Euch die Möglichkeit hatte, bei der Vorstellung „live“ dabei zu sein, aber auch, weil über die Berichterstattung in der Presse nicht alle Details rüberkommen können. Auf den bevorstehenden Veranstaltungen Jahreshauptversammlung der Königskompanie und Seniorenabend sollen die Themen auch nochmals angesprochen werden, allerdings wird dort nicht die Zeit sein, dies in aller Breite, wie beim Schützenstammtisch zu tun.

I. Festablauf

Wir im Vorstand haben die Gedanken zur Umstellung des Festablaufs ab dem kommenden Jahr bereits seit längerer Zeit aufgenommen, um der Forderung nachkommen zu können, das Jungschützenschießen in das Schützenfest zu integrieren. Zudem treiben uns seit längerem Gedanken zur Attraktivierung des Festes auch für Nicht-Schützenbrüder um. Dabei schauen wir u.a. auf den Samstagabend, den wir durch Verschiebung des Zapfenstreichs auf Sonntag terminlich weitestgehend freihalten wollen, um ähnlich viele v.a. auch jüngere Leute anzuziehen, wie es am Freitagabend ja auch bereits gelingt. Dahinter steckt auch ein nicht unerheblicher wirtschaftlicher Aspekt, da die Umsätze durch diese Maßnahme deutlich steigen dürften.

Dies sind nur zwei Beispiele für die aktuellen Überlegungen. Wir haben aber auch weitere Überlegungen v.a. von älteren Schützenbrüdern aufgegriffen, die sich im Wesentlichen auf das Abholen der neuen Könige am Montagnachmittag und die Zugwege beziehen.

Im Folgenden wird nun der Plan für den Festablauf ab 2018 vorgestellt. Veränderungen gegenüber dem Status Quo sind farblich „grün“ kenntlich gemacht. Die wesentlichen Beweggründe werden an den betreffenden Stellen dargestellt.

Freitag, 29. Juni 2018

17.00 Uhr      Platzkonzert am Pavillon – Seniorenzentrum St. Liborius

18.00 Uhr      Platzkonzert Rathaus

19.30 Uhr      Bierprobe am Feuerteich

 Samstag, 30. Juni 2018

 14.00 Uhr      Sammeln in den Po(or)ten

 ***Der um eine Stunde vorgezogene Beginn ist der Aufnahme des Jungschützenkönigsschießens in den Festablauf am Samstag geschuldet.***

14.50 Uhr      Antreten in den Po(or)ten – Sternmarsch zum „Alter Markt“

16.00 Uhr      Antreten – Alter Markt – Ausmarsch Fahnen, Könige und Hauptmann

16.15 Uhr      Marsch zum Rathaus (Gedenkstein) – Marsch zur Vogelsruthe zum Jungschützenschießen

*** Das Totengedenken, mit dem der offizielle Teil des Schützenfestes nach dem Antreten weiterhin beginnen soll, findet nicht mehr auf dem Friedhof, sondern am Gedenkstein für die Opfer der Bombenangriffe und des verheerenden Explosionsunglücks nach Kriegsende am Rathaus statt. Die Beweggründe:

  1. Die Marschwege können so wegen des zusätzlichen Marschs zur Vogelsruthe mit Rücksicht auf die älteren Schützenbrüder im Rahmen gehalten werden.
  2. Es gibt eine tiefe Identifikation der Attendorner mit diesem Ort des Gedenkens wegen der besonderen Vorkommnisse dort.
  3. Es ist eine alte Forderung, diesen Ort auf Schützenfest aufzuwerten.***

17.30 Uhr      Jungschützenschießen (Vogelsruthe)

20.00 Uhr      „Jetzt geht die Party richtig los…“ mit Partymusik – Feuerteich mit Proklamation des Jungschützenkönigs

Sonntag, 01. Juli 2018

07.00 Uhr      Weckruf

09.15 Uhr      Antreten – Alter Markt

09.30 Uhr      Schützenhochamt – Pfarrkirche

anschließend Marsch zum Feuerteich

11.00 Uhr      Großer Frühschoppen – Feuerteich

11.45 Uhr      Kinderumzug – ab Seniorenzentrum

16.00 Uhr      Sammeln der Hofstaate am Museum

17.00 Uhr      Antreten – Alter Markt – Festzug zur Stadthalle

19.00 Uhr      “Schützenfest in und an der Stadthalle“

***Diese Punkte wurden um eine Stunde nach vorne verlegt. Zum einen ist dies für die Zuschauer des Festzuges attraktiver. Zum anderen gewinnt man eine Stunde für das Feiern in der Stadthalle, v.a. für die Könige mit ihren Hofstaaten. Warum man am Sonntagabend nicht auf dem Feuerteich bleibt, ist der Kirmes geschuldet, die sonst nicht mehr darstellbar wäre.***

23.00 Uhr      Ausmarsch zum „Großer Zapfenstreich“

23.30 Uhr      „Großer Zapfenstreich“ – Alter Markt 

00.00 Uhr      Ausklang am Bieketurm

Montag,        02. Juli 2018

07.30 Uhr      Antreten – Alter Markt – Abholen der Fahnen, Könige, Hauptmann

(Bieketurm) – Vogelsruthe Vogel- und Scheibenschießen

11.00 Uhr      Festbankett Stadthalle

15.00 Uhr      Ende Frühschoppen

16.00 Uhr      Sammeln der neuen Könige und der Hofstaate im Rathaus

*** Das Abholen der neuen Könige am Montagnachmittag findet künftig an einem zentralen „neutralen“ Ort statt und dieser Ort ist das Rathaus.

Hier die wesentlichen Argumente:

  • Fester Zugweg
    • Keine überbordenen Zugwege mehr (gerade mit Rücksicht auf ältere Schützenbrüder).
    • Bis auf die Stadthalle gibt es keine zusätzlichen Berge mehr zu erklimmen.
    • Der Zugweg kann bereits im Vorfeld des Schützenfestes veröffentlicht werden, damit sich die Besucher vorher orientieren können.
    • Nach dem Antreten um 17.00 Uhr auf dem Alter Markt ist man bereits kurze Zeit später bei den neuen Königen.
    • Keine längeren Warte- und Leerlaufzeiten mehr.
    • Deutlicher Zeitgewinn mit früherem und entspannterem Eintreffen an der Stadthalle. Wenn wir erst spät in der Halle sind, wie dieses Jahr, gibt es sofort zeitliche Probleme, wie mit dem Hofstaatsessen und der nicht sofort beginnen könnenden Feier.
  • Ort Rathaus
    • Das kann ein toller Programmpunkt für Könige und Zuschauer werden!
    • Die Könige könnten den ganzen Festzug mit ihren Königinnen und den Begleitoffizieren vom Balkon aus in Empfang nehmen.
    • Nach dem Anhalten des Zuges könnten mehrere Musiken gemeinsam einen Präsentiermarsch für die Könige spielen.
    • Es gibt ausreichend Platz, so dass alle Schützenbrüder die neuen Könige sehen können und umgekehrt. Auch potentielle Zuschauer haben Platz, um dem ganzen Treiben zuzusehen.
    • Es besteht vielleicht auch die Gelegenheit dort auf ein, zwei Bier auszuharren.
    • Historisch betrachtet wurden die neuen Könige früher auch im Rathaus empfangen. Der Bürgermeister hat anlässlich dessen ein Paar Handschuhe geschenkt.
  • Vorteile für die neuen Könige
    • Alles kann bereits vor Schützenfest durch den Vorstand organiert und bestellt werden. Deutliche nervliche Entspannung für alle Beteiligten. Man braucht sich als König während des Festbanketts keinen „Kopp“ mehr zu machen. Man braucht nur noch das Kleid und Blumen.
    • Wahrscheinlich deutliche Kostenreduktion, wenn man auch aus dem ursprünglichen Besuch bei den neuen Königen ein reines Sammeln der Hofstaate macht, welches dann auch erst um 16.00 Uhr beginnt, statt um 15.00 Uhr.
    • Es könnte vielleicht auch den Schützenbruder zum Schießen motivieren, der zuhause nicht die Möglichkeiten hat.
    • Kein „Höher, schneller, weiter“ mehr.
    • Die neuen Könige können den Frühschoppen in den Reihen ihrer Lieben und in den Reihen der Königskompanie deutlich besser genießen.
  • Sonstige Vorteile
    • Wenn das Schießen mal wieder länger gedauert haben sollte, besteht die Möglichkeit, den Frühschoppen länger zu ziehen. Alles wird entspannter. Die Musik des Frühschoppens müsste nicht mehr zwingend um 14.00 Uhr abreißen, da wir nur eine Musik zum Rathaus schicken würden.
    • Nach dem Frühschoppen muss man es dann nur noch zum Antreten um 17.00 Uhr schaffen.***

17.00 Uhr      Antreten – Alter Markt – Festzug

20.00 Uhr      Festabend der neuen Könige mit Tanzmusik  – Stadthalle

 

Alles in allem sollte das Fest durch die geplanten Maßnahmen entspannter werden. Wir müssen auch im Vorstand aufpassen, dass man sich mit der Fülle an Punkten nicht verzettelt. Wir müssen ja auch künftig noch Leute finden, die Vorstandsaufgaben übernehmen wollen.

Wir haben jedenfalls bei den Planungen immer wieder darauf geachtet, nicht durch die Vorstandsbrille, sondern durch die Brille des Schützenbruders und durch die Brille unserer potentiellen Gäste zu blicken.

Ich hoffe, auch Ihr, meine lieben Schützenbrüder findet Euch in unseren vorstehenden Überlegungen wieder.

Die auf dem Schützenstammtisch gewonnen Eindrücke durch die Reaktionen der anwesenden Schützenbrüder waren durchaus positiv. Wir wollen nur die begonnene Diskussion weiter vorantreiben und die Entscheidung über den Festablauf im Vorstand bei unserer nächsten Sitzung am 17.11.2017 fassen. Dies ist auch dringend notwendig, um v.a. noch die benötigten Musiken rechtzeitig verpflichten zu können. Daher können wir bei einer angestrebten Umsetzung bereits im kommenden Jahr nicht bis zur Jahreshauptversammlung am 21.01.2018 warten.

 

II. Reorganisation der Jungschützen

Ein Thema, was die Jahreshauptversammlung aber in jedem Fall beschäftigen wird, ist die Reorganisation der Jungschützen.

  1. Die Jungschützen bewerten ihre eigene Situation wie folgt:
  • Die Beteiligung wird schlechter. Aktuell ist eine „Talsohle“ erreicht.
  • Jüngere Leute sind nur schwierig für das Schützenwesen zu begeistern.
  • Es existiert eine gewisse Hemmschwelle.
  • Thema „Cliquen“! „Alleine geht keiner!“ Aktuell gibt es keine Cliquen, die zu den Jungschützen kommen.
  • Es gibt keine nennenswerten Aktivitäten abseits vom Bügeltanz.
  • Ein Gemeinschaftsgefühl ist vorhanden, jedoch nur an Schützenfest und nicht im restlichen Jahr.
  • Die Altersobergrenze bei den Jungschützen (24) wird als unrealistisch hoch eingeschätzt.
  • Aktive Ansprache von Nicht-Mitgliedern ist nur in Teilen erfolgreich. Teilweise sind Personen an Schützenfest aktiv, allerdings besteht wenig Interesse als Jungschütze mitzugehen.

2. Zur Frage, wie „er“ nun heißen soll, ob Jungschützenkönig oder weiter Jungschützenpokalsieger und wie „er“ sich künftig positionieren soll, ist das Stimmungsbild bei den Jungschützen wie folgt:

  • Der bisherige Jungschützenpokalsieger wird bereits als König angesehen.
  • Für einen etwaigen Jungschützenkönig gibt es bereits potentielle Anwärter.
  • Es soll jedenfalls keine 2 Jungschützenkönige, wie bei den „Großen“ geben und es besteht der Wunsch ein Vogelschießen anstatt eines Scheibenschießens durchzuführen.
  • Deutliche Fokussierung auf die Jungschützen durch die Integration des Schießens in den Festablauf; nicht mehr Abseits und anonym von Schützenfest.
  • Jungschützen dürfen ab 16 Jahren am Schießen teilnehmen. Es muss eine Vorfreude bei den Jüngeren auf das Schießen generiert werden.

Der Schützenstammtisch hat hierzu zu Tage gefördert, dass es zukünftig einen Jungschützenkönig geben soll, der sich auch so nennt. Und dass es auch wegen der besseren Präsentationsmöglichkeiten ein Vogelschießen sein soll, auch wenn historisch eingewendet werden kann, dass die jungen Schützen seit jeher auf die Scheibe geschossen haben, da dies als das modernere Schießen angesehen wird. Teilweise wurde sogar mit Unverständnis darüber reagiert, dass man über die Wünsche der Jungschützen überhaupt diskutiert und sie nicht einfach umsetzt.

3. Soll es eine eigenständige „offizielle“ Jungschützenkompanie geben? Zu diesem Thema liegen aktuell folgende Erkenntnisse vor:

  • Eigenständigkeit einer Jungschützen-Kompanie hat bei uns auch eine historische Wurzel. Im 19. Jahrhundert existierte eine Abteilung der jungen Burschen neben den 2. Kompanie.
  • Es könnte durch die Einrichtung einer solchen Abteilung das Gemeinschaftsgefühl unter den Jungschützen gestärkt werden.
  • Hierdurch kann mehr Verbindlichkeit innerhalb der Jungschützen geschaffen werden.
  • Durch eine verbindlichere Organisation kann sich eine Eigenständigkeit entwickeln, wodurch die Jungschützen mehr Verantwortung übernehmen können und sollen.
  • Dies sollte sich auch in einem Mitsprache- und Mitbestimmungsrecht durch Schaffung einer Stimme im Vorstand auswirken.

Derzeit existiert die Position der Jungschützenvertreter, die ohne Niederschlag in unserer Satzung von der jährlichen Jungschützenversammlung, die auch keinen Niederschlag in unserer Satzung hat, gewählt werden. Die Jungschützenvertreter werden zu den Vorstandssitzungen eingeladen und können dort die Interessen der Jungschützen vertreten. Zudem sind sie im Vorstandsarbeitskreis Jugend vertreten.

Um den Jungschützen mehr Wertschätzung zukommen zu lassen und sie auch ein wenig mehr in die Verantwortung für ihre Belange zu nehmen, halten wir es für denkbar, entsprechende Satzungsregelungen aufzunehmen. Diese könnten nach dem derzeitigen Stand enthalten:

  • Aufstockung des Beirats um 5 bis 6 Stellen. Wie brauchen zwei Begleiter für den Jungschützenkönig, 2 Begleiter für die Jungschützen und 1 Fähnrich. Der Jungschützenkönig könnte geborenes Mitglied sein. Wir brauchen einen „Sprecher“ der Jungschützen, der die Stimme der Jungschützen ist und deren Versammlungen organisiert und leitet.
    • Wählbar hierzu könnten Jungschützen im Alter von 16 bis 21 Jahren sein.
    • Wahlvorschläge könnten von einer alljährlichen Jungschützenversammlung beschlossen werden.
    • Die Wahlvorschläge könnten dann von der Mitgliederversammlung bestätigt werden.
  • Das Alter für die Jungschützen kann auf 14 bis 21 Jahre festgeschrieben werden.
  • Auch das Jungschützenschießen kann in die Satzung aufgenommen werden.

Auch die Diskussion um die Jungschützen muss nun spätestens bis zur kommenden Jahreshauptversammlung zu Ende geführt werden. Die Jungschützen selber werden sich im November auch nochmals versammeln und sich mit den vorstehenden Punkten intensiv beschäftigen müssen.

 

Da wir alles das, was in diesem offenen Brief angesprochen ist, nicht auf jeder kommenden Veranstaltung und den weiter zu führenden Gesprächen in dieser Ausführlichkeit darstellen können, haben wir diese Form gewählt, damit jeder, der sich auf den aktuellen Stand bringen möchte, dies hiermit tun kann.

Ich persönlich hoffe, wir bringen die aktuelle Diskussion zu einem guten zukunftsweisenden Ende und erreichen damit die Ziele, die wir uns gesteckt haben.

Mit kameradschaftlichem Gruß

Sascha Koch

Hauptmann der Schützengesellschaft Attendorn 1222 e.V.

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