Die Gesellschaft

Die Gesellschaft

Mit der Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1222 war Attendorn verpflichtet, eine Wehranlage aus Wällen, Gräben und Mauern zu errichten. So wurde eine Mauer um die gesamte Stadt gebaut, befestigt mit 12 Wehrtürmen und 4 bewachten Toren als einzige Zugänge zur Stadt. Beides, die Errichtung der Befestigungen und die Verteidigung der Stadt waren die ureigenen Aufgaben der „Schützen“.

Nach der Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1222 wurde Attendorn 1255 Mitglied des Rheinischen Städtebundes. Dessen Mitglieder waren verpflichtet, eine Wehrmannschaft bereit zu stellen, um sich zu verteidigen oder anderen Mitgliedern bei feindlichen Angriffen zur Hilfe eilen zu können.

Während des 30-jährigen Krieges fiel Attendorn und seinen Schützen eine besondere Aufgabe zu. Zwei Jahre lang, von 1632 bis 1634, wurde die Stadt von schwedischen Truppen belagert.

Nachdem die Belagerer immer wieder vergeblich die Mauern zu stürmen versuchten, wagten die Schützen einen Ausfall, bei denen es ihnen gelang, die Angreifer zu vertreiben und die Stadt Attendorn vor dem Fall zu retten. Dabei sollen einige der schwedischen Rüstungen erbeutet worden sein. Die Helme dieser Rüstungen sind noch heute bekannt als die „Attendorner Iserköppe“. Die Originale stammen tatsächlich aus dem 16. oder 17. Jahrhundert, wenngleich auch ihr Ursprung als Beute der Schwedenkriege durchaus in Frage zu stellen ist.

Soweit eine Verteidigung der Stadt nicht erforderlich war und die Schützen keine Waffen bedienen mußten, war es selbstverständlich nötig, die Kraft der Schützen durch Übungen zu erhalten. In entsprechenden Schießübungen wurde alljährlich der beste Schütze ermittelt – der Schützenkönig. Nach der Ermittlung ihres Königs feierten die Schützen ein Fest – das Schützenfest.